Meine Lieblingszitate von Rudolf Steiner
Was ist Anthroposophie
... Stelle dich in die Mitte zwischen Gott und Natur, laß den Menschen in dir sprechen über das, was über dir ist und in dich hineinleuchtet, und über das, was von unten in dich hineinragt, darin hast du Anthroposophie, die Weisheit, die der Mensch spricht. ...
Rudolf Steiner: "Anthroposophie. Die Sinne des Menschen, Berlin, 23. Oktober 1909" GA 115
Nachahmung und geliebte Autorität
Kinder im Alter von fünfeinhalb bis sieben Jahren:
...Nun, es ist bei Kindern, die etwa dieses Lebensalter
erreicht haben, ja das vorhanden, was ich versuchte in den
Vorträgen anzudeuten. Es scheint gewissermaßen schon
dasjenige herein, was Autoritätsgefühl ist, es ist
aber im
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wesentlichen noch die Sehnsucht nach der Nachahmung in der
Hauptsache vorherrschend. Darnach muß denn auch das
eingerichtet werden, was man mit solchen Kindern tut. ... wenn die
Kinder irgendwas zu tun bekommen wollen, dann werden wir versuchen, die
einfachsten Arten gerade zu malen, zu modellieren, so
durchzuführen, daß man ihnen die Sache vormacht, sie
zuschauen läßt. Nicht wahr, bei Kindern, die dann
den Zahnwechsel überschritten haben, macht man die Sache nicht
vor, sondern da versucht man, ohne daß man es ihnen vormacht,
sie dazu zu bringen, daß sie Eigenes machen. Nur wenn man
also dann das Schreiben herausholen will aus dem Zeichnen oder Malen,
so muß man auch da natürlich wiederum die Nachahmung
zu Hilfe nehmen. Aber im wesentlichen würde man im
Kindergarten für fünfeinhalb- bis
siebenjährige versuchen, diese Dinge vorzumachen, die sie dann
ihrerseits nachmachen, und man kann ja auf diese Weise eben das
Nachahmungsprinzip hinüberleiten zu dem Prinzip des
Autoritativen. ...
Rudolf Steiner: "Die gesunde Entwickelung des Menschenwesens"
GA 303, TB: S. 347
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Die typischen Vorschulaufgaben
... Der Kindergarten, der von Fröbel und anderen mit einer
wirklich innigen Kindesliebe eingerichtet worden ist, muß sich
klar sein darüber, daß das Kind ein nachahmendes Wesen ist,
aber nachahmen nur dasjenige kann, was noch nicht intellektualistisch
ist.
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So dürfen wir nicht allerlei Kinderarbeiten in den
Kindergarten hineinbringen, die ausgedacht sind. Alles
Stäbchenlegen, alles Flechten und dergleichen, was im Kindergarten
vielfach eine so große Rolle spielt, ist ausgedacht. Wir
dürfen in dem Kindergarten nur dasjenige im Bilde haben, was die
großen Leute auch machen, nicht was im besonderen ausgedacht ist.
Den Menschenkenner beschleicht oftmals ein tragisches Gefühl, wenn
er in diese gutgemeinten Kindergärten hineinkommt, wo so
schön ausgedachte Arbeiten darin sind. Denn auf der einen Seite
gehen diese Kindergärten aus einem so unendlich guten Willen
hervor, aus so viel Kinderliebe, und auf der anderen Seite wird nicht
beachtet, daß alles inhaltlich Intellektualistische, alles
dasjenige, was ausgedacht ist an Kinderarbeiten, vom Kindergarten
ausgeschlossen sein muß, daß es nur die äußere
Nachahmung des äußeren Bildes der Erwachsenentätigkeit
sein darf, die im Kindergarten entfaltet werden kann.
Das Kind, das vor dem vierten, fünften Jahre innerlich
intellektualistisch trainiert wird, das nimmt etwas Furchtbares ins
Leben mit, das wird geradezu zum Materialisten erzogen. ...
Rudolf Steiner: "Gegenwärtiges Geistesleben und Erziehung"; GA 307, TB.S.118/119
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Pädagogik in den ersten sieben Jahren
... Man hat das Leben, die Arbeiten des Lebens hineinzuleiten in
die Arbeiten des Kindergartens. Man hat nicht auszudenken Dinge, die
eigentlich im Leben nur ausnahmsweise mal vorkommen und die eigentlich
richtig nur angeeignet werden,
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wenn man sie dann im späteren Leben
zu dem, was man normaler Weise sich angeeignet hat, hinzulernen
muß. So zum Beispiel kann man sehen, wie die Kinder dazu
angehalten werden, in Papierblätter Schnitte hineinzumachen, dann
allerlei rotes und blaues und gelbes Zeug da hindurchzustecken, so
daß da drinnen aus buntem Papier Gewobenes entsteht. Was man
damit erreicht, ist, daß man das Kind durch eine mechanisierende
Tätigkeit abhält davon, in die normale Lebenstätigkeit
hineinzukommen. ...
Rudolf Steiner: "Die pädagogische Praxis vom Gesichtspunkte
geisteswissenschaftlicher Menschenerkenntnis"; GA 306, TB.S.77/78
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Der Karmagedanke allgemeines Menschenbild
... Wird nun die Art oder Gattung im physischen Sinne nur
verständlich, wenn man sie in ihrer Bedingtheit durch die
Vererbung begreift, so kann auch die geistige Wesenheit nur durch eine
ähnliche geistige Vererbung verstanden
werden. Meine
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physische Menschengestalt habe ich wegen meiner
Abstammung von menschlichen Vorfahren. Woher habe ich dasjenige, was in
meiner Biographie zum Ausdrucke kommt? Als physischer Mensch wiederhole
ich die Gestalt meiner Vorfahren. Was wiederhole ich als geistiger
Mensch? Wer behaupten will: dasjenige, was in meiner Biographie
eingeschlossen ist, bedürfe keiner weiteren Erklärung, das
müsse eben hingenommen werden, der soll nur auch gleich behaupten:
er habe irgendwo einen Erdhügel gesehen, auf dem sich die
Stoffklumpen ganz von selbst zu einem lebenden Menschen zusammengeballt
haben. ...
Rudolf Steiner: "Theosophie": Wiederverkörperung des Geistes und Schicksal; GA 9, TB.S.72
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Fleisch, Alkohol usw.
... Nicht wahr, die Leute kommen und fragen: Ist es besser, keinen
Alkohol zu trinken, oder ist es besser, Alkohol zu trinken? Ist es
besser, Vegetarier zu sein, oder besser, Fleisch zu essen? Ich sage
überhaupt niemals einem Menschen, ob er den Alkohol
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lassen soll
oder ob er ihn trinken soll, ob er Pflanzen essen soll oder Fleisch
essen soll, sondern ich sage zu dem Menschen: der Alkohol wirkt so und
so. Ich stelle es ihm einfach dar, wie er wirkt; dann mag er sich
entschließen, zu trinken oder nicht. Und so mache ich es
schließlich auch beim Pflanzen- und Fleischessen. Ich sage: so
wirkt das Fleisch, so wirken die Pflanzen. Und die Folge davon ist,
daß der Mensch sich selber entschließen kann.
Das ist das, was man vor allen Dingen in der Wissenschaft haben muß: Respekt vor der menschlichen Freiheit. ...
Rudolf Steiner: "Über Gesundheit und Krankheit - Grundlagen einer geisteswissenschaftlichen Sinneslehre"; TB.S.227/228
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