Wie gehen wir mit Ängsten der Kinder um?

Kinder im Kindergartenalter - also bis zu einem Alter von etwa 7 Jahren - sind viel zu jung, um auch nur ansatzweise bewerten zu können, wie gefährlich ein Anschlag, ein Unglück oder ein Unfall für uns Menschen ist. Trotzdem sprechen sie fast täglich davon! Sie berichten sich gegenseitig was sie im Radio, von den Eltern oder anderen Menschen gehört haben. Und dann haben sie Angst. Kinder aus meiner Klasse hatten wochenlang Angst vor dem Wasser der Spree - denn sie wußten nicht, was das ist, und wie sie aussieht - die Vogelgrippe! Dann waren es die Strahlen von Fukushima und jetzt ist die Angst vor Gemüse wegen EHEC.

Solche Gefahren können Kinder nicht beurteilen, egal, wie viele Erklärunge sie bekommen. Aber sie können fühlen, was die Eltern bewegt. Unsere Kinder nehmen da den besorgten oder ängstlichen Eindruck von uns, den Eltern wahr.

Die Kinder fühlen sich also umgeben von den (berechtigten) Zukunftssorgen und Ängsten der Eltern. - Nun ist es bei Kindern in diesem Alter so, daß ein Erleben von diesen Gefühlen nicht die gleiche Wirkung hat, wie bei uns Erwachsenen. Die Kinder erleben diese viel intensiver, viel mehr bezogen auf den Körper. Sie haben dadurch nicht die Möglichkeit, in ausreichender Weise ihr Gesundheitsgefühl zu entwickeln. Zu diesem Gesundheits- oder Selbstgefühl kann man auch Lebenssinn sagen. Wenn Kinder ihren Lebenssinn nicht ungestört entwickeln können, dann heißt das ganz konkret, daß sie später gar kein richtiges Gefühl dafür bekommen werden, ob sie gerade krank sind und in welcher Verfassung ihr Organismus ist. Ein sicheres Gesundheitsgefühl zu entwickeln ist außerdem noch die Grundlage dafür, als Erwachsener etwas verstehen zu können, beispielsweise ein Argument des anderen Gesprächspartners.

Liebe Eltern, darum ist es mir so wichtig, daß wir für unsere Kinder etwas schaffen, was den auf sie einwirkenden Ängsten und Sorgen entgegenwirkt. Ich meine damit nicht, daß wir unsere Kinder belügen, oder ihnen nach dem Prinzip "es tut nicht weh" (obwohl es doch wehtut), eine friedvolle und gesunde Zeit vortäuschen. Die Kinder fühlen sowieso, wenn wir nicht die Wahrheit sagen. Und selbst wenn zu Hause im Beisein der Kinder überhaupt nicht von der momentanen Ereignissen sprechen, die uns bewegen, so haben die Kinder doch die Eindrücke der Sorgen von den sie umgebenden Erwachsenen.

Aber es gibt für uns Erwachsene die Möglichkeit, in uns den hoffnungsvollen Gedanken zu tragen, daß es vielleicht auch etwas Gutes bewirkt.

So haben wir sehr wohl die Möglichkeit, ohne die momentane Situation zu verleugnen, unseren Kindern etwas gegen die gefühlten Ängste zu geben.

Natürlich entspricht es nicht dem Alter unserer Kinder, ihnen den eben skizzierten Hoffnungsgedanken intellektuell zu erklären. Aber wir können ihnen diesen Gedanken wunderbar einfach fühlbar machen, zum Beispiel indem wir ihnen täglich - vielleicht vor dem Einschlafen - Märchen und Geschichten und Erlebnisse erzählen, die ein gutes Ende haben. Das Gute siegt immer! Es eignen sich da im Vorschulalter alle guten Märchen. Ich möchte da besonders meine Auswahl an Audios empfehlen, die kostenlos angehört werden können und natürlich die Märchenbücher auf meiner eine ganze Reihe Märchen Seite.



Sebastian Knabe.







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