Die zwölf Sinne des Menschen - Sinneslehre

Die Sinne des Menschen in zwölf Bereiche zu gliedern ist ein Grundgedanke der Waldorfpädagogik. Meine Beschreibung der zwölf Sinne ist inzwischen sehr weit verbreitet und dient als Grundlage vieler Konzepte. Beim kopieren bitte die Quellenangabe nicht vergessen!
Es sind hier nur Auszüge meines eBooks Die zwölf Sinne online. Ich lade herzlich dazu ein, den vollständige Text zu bestellen!

SinneslehreErkenntnissinne (obere Sinne):
1. Empathie (Ich-Sinn)
2. Begriffs- oder Gedanken-Sinn
3. Wort- oder Sprach-Sinn
4. Hör-Sinn
Sozialsinne (mittlere Sinne):
5. Wärme-Sinn
6. Seh-Sinn
7. Geschmacks-Sinn
8. Geruchs-Sinn
Leibessinne (untere Sinne):
9. Gleichgewichts-Sinn
10. Motorik (Eigenbewegungs-Sinn)
11. Selbstgefühl (Lebens-Sinn)
12. Taktile Wahrnehmung (Tast-Sinn)

+ + + eBook "Die zwölf Sinne" bestellen! + + + Besonders geeignet für Studenten oder Erzieher in Ausbildung + + + Förderung aller Sinne + + + viele Anregungen für die Praxis


Einführung in die 12 Sinne

(Auszüge aus dem eBook)

Die Sinnesorgane des Menschen ermöglichen fünf bzw. sieben verschiedene Wahrnehmungen. Das sind beispielsweise:

Die bekannten Sinne des Menschen:

1. Hören (auditives System)
2. Tastsinn (taktiles/haptisches System)
3. Sehen (visuelles System)
4. Schmecken (gustatorisches System)
5. Riechen (olfaktorisches System).
6. Gleichgewichtssystem (vestibuläres System)
7. Tiefen- oder Stellungssinn (propriozeptives System)

Diese Sinnessysteme sind weitreichend aus der allgemeinmedizinischen Literatur bekannt, wobei die letzten beiden in der Regel nicht mitgezählt werden, wenn man von den "fünf Sinnen" spricht. Obwohl in der Darstellung und Abgrenzung einzelner Sinne keine Einigkeit der Autoren zu finden ist, herrscht die Allein- und Allgemeingültigkeit beanspruchende Meinung: der Mensch habe eben diese fünf oder sieben Sinne. Sie sind ja auch einfach durch ihre Organe sichtbar und ihre Wirkensweise lässt sich inzwischen recht gut medizinisch / physiologisch aufzeigen.
Sinneslehre Dennoch gibt es auf dem Feld der menschlichen Wahrnehmungen weitere Eindrucke: beispielsweise können wir Wärmeunterschiede spüren und verschiedene Schmerzen sowie Hunger und Durst empfinden. Eine vollständige und in sich schlüssige Gliederung aller menschlichen Wahrnehmungen wird durch Gedanken Rudolf Steiners möglich. Seine Sinneslehre geht weit über eine bloße Aufzählung von Sinnesorganen hinaus und lässt zum Beispiel in der Pädagogik direkte Schlüsse auf Methoden und Didaktik zu. Die folgenden Gedanken sind eine verkürzte Darstellung meines eBooks zu den zwölf Sinnen und Ergebnis meiner zehnjährigen Berufspraxis, in welcher ich reichliche Erfahrungen im Umgang mit der Sinneslehre Steiners sammeln konnte.

Die menschlichen Wahrnehmungen lassen sich in zwölf Bereiche gliedern:

Die zwölf Sinne des Menschen:

  1. Ich-Sinn
  2. Gedanken-Sinn
  3. Wort-Sinn
  4. Hör-Sinn
  5. Wärme-Sinn
  6. Seh-Sinn
  7. Geschmacks-Sinn
  8. Geruchs-Sinn
  9. Gleichgewichts-Sinn
10. Eigenbewegungs-Sinn
11. Lebens-Sinn
12. Tast-Sinn

Die Reihenfolge der Sinne ist nicht zufällig, es zeigt sich nämlich, dass sich die vollkommen subjektiven Eindrücke der untersten vier Sinne direkt auf den Körper beziehen. Sie vermitteln die Wahrnehmungs- und Erfahrungswelt des eigenen Leibes. Darum werden sie auch "Leibessinne" oder "Körpersinne" genannt. Sie stehen in engem Zusammenhang mit dem Stoffwechsel-Gliedmaßen-System des Menschen und gehören seelisch dem Bereich des Willens zu. Die Leibessinne bilden somit die erste Vierer-Gruppe innerhalb dieser Zwölfheit.

Sinneslehre Auch die obersten vier relativ objektiven Sinne könnten als eine Gruppe zusammengefasst werden, denn diese Sinne haben eine gewisse Verwandtschaft mit dem Denken und dem Bewusstsein. Ihre Wahrnehmungen beziehen sich ausdrücklich auf Nichtstoffliches. Es sind die vier "Erkenntnis-Sinne", welche ihre leibliche Beziehung zum Nerven-Sinnes-System des Menschen haben und in ihrem Bereich der Wahrnehmung dem der Seelenqualität des Denkens ähnlich sind.

So verbleiben vier mittlere Sinne, welche in ihren Eigenschaften der Wahrnehmung immer ein Mittelmaß zwischen Erkenntnis- und Leibessinnen eingehen, sie bestehen in Wechselwirkung zwischen subjektiver und objektiver Wahrnehmung. In ihren Eindrücken beziehen sie sich zwar auf die Außenwelt, aber eine Wahrnehmung ist stark mit der eigenen Aktivität, dem eigenen Erleben und Fühlen verbunden. Diese "Gemütssinne" geben in ihrer Reihe nach oben hin immer "tiefere" Erkenntnisse über das innere der Stoffe. Die mittleren Sinne sind eng verbunden mit den rhythmischen Systemen des Menschen - also den Systemen, in denen hauptsächlich die Seelenqualität des Fühlens und des Gefühls seine Wirkung entfaltet.

Dreigliedrigkeit der zwölf Sinne:

Erkenntnissinne
(obere Sinne)
Ich-Sinn
Gedanken-Sinn
Wort-Sinn
Hör-Sinn

Sozialsinne
(mittlere Sinne)
Wärme-Sinn
Seh-Sinn
Geschmacks-Sinn
Geruchs-Sinn

Leibessinne
(untere Sinne)
Gleichgewichts-Sinn
Eigenbewegungs-Sinn
Lebens-Sinn
Tast-Sinn

...vollständig im eBook lesen... Die Dreigliederung der Sinne ist die pädagogisch interessanteste Gliederung. Die oberen Sinne bauen auf einer gesunden Entwicklung der unteren auf. Heute ist das ja immer mehr verbreitet, dass viel Bewegung nicht nur den Kreislauf, die Motorik usw. fördert, sondern vor allem auch den Intellekt unterstützt. Darum wird eine Förderung eines der oberen Sinne immer mit der Förderung der unteren Sinne beginnen müssen. Hat also beispielsweise ein Kind Legasthenie (Wortsinnes-Schwäche) kann man ihm mit motorischen Übungen (Eigenbewegungssinn-Stärkung) helfen. Diesen Zusammenhang der unteren und oberen Sinne im Detail zu besprechen ist typischer Inhalt meiner Seminare.

Sinneslehre Es sind bei einer Wahrnehmung immer mindestens zwei Sinne gleichzeitig tätig. Dabei ist es oft so, dass ein "heller" Sinn (Sehsinn und Hörsinn) vordergründig wirkt und durch andere "dunkle" Sinne bestätigt wird. Auch dieses Prinzip ist pädagogisch und soziologisch sehr interessant, weil es beispielsweise im Kindergarten- und Vorschulalter für die gesunde Entwicklung des Intellekts wichtig ist, dass Sinneseindrücke vor allem durch die Leibessinne (Gleichgewichts-, Eigenbewegungs-, Lebens- und Tastsinn) bestätigt werden. Konkrete Anwendungen dieses "Zwei-Beine-Prinzips" werden ebenfalls in meinen Seminaren besprochen und vertieft.

Letztlich muss alle Sinneswahrnehmung als Fähigkeit immer von etwas abgegrenzt werden: dem eigenen Verstand. Besonders bei den höheren Sinnen ist diese Grenze nur schwer zu erkennen, weil sich zum Beispiel die Gedankenwahrnehmung auf den ersten Blick nur sehr wenig vom eigenen Denken abhebt, und trotzdem streng zu unterscheiden ist. Insofern ist "hell" eine Sinneswahrnehmung - die Erkenntnis "es ist hell" entspringt dem bewussten Verstand und hat nichts mehr mit einer Wahrnehmung eines Sinnes zu tun. Es stellt sich somit für den Interessierten vielleicht die Frage: Wo findet die Sinneswahrnehmung eigentlich statt, und noch genauer gefragt: Wer im engeren Sinne hat sie?
Die vollständige Einleitung ist im eBook nachzulesen!


zurück nach oben

Taktile Wahrnehmung (Tast-Sinn)

Beschreibung:
SinneslehreEs ist davon auszugehen, dass über den Tastsinn am meisten gesprochen wird, weil er direkt handgreiflich ist, weil er der unterste, der einfachste aller Sinne des Menschen ist. Innerhalb der Haut hat der Mensch durch verschiedenste Berührungen Impressionen. Somit erstreckt sich das Erlebnisfeld des Tastsinnes über die gesamte Hautfläche des Menschen. Interessant ist an dieser Stelle zu bemerken, dass der Mensch beim Tasten nicht die betastete Oberfläche bemerkt, sondern die Veränderungen innerhalb seiner eigenen Haut empfindet. Der Tastsinn vermittelt damit als Sinneserlebnis eben Eindrücke im eigenen Körper.

Die Tastsinneswahrnehmungen gehören zu den ersten Sinneserfahrungen des Menschen...


zurück nach oben

Vital- oder Gesundheits-Sinn (Lebens-Sinn)

Beschreibung:
Der Lebenssinn gibt dem Menschen ein Gefühl davon, wie es ihm geht und in welcher Verfassung sein gesamter Organismus ist. Gefühle wie Hunger und Durst sind typische Wahrnehmungen des Lebenssinnes. Alle Eindrücke des Lebenssinnes beziehen sich direkt auf das Allgemeinbefinden, auf den Status und die Konstitution des eigenen Körpers.

Sinneslehre Erwachsenen werden im Alltag die eigenen Lebenssinneswahrnehmungen nur selten bewusst, weil sie so stetig sind. Man gewöhnt sich einfach an das allgemeine Gesundheitsgefühl, dass man es schnell ganz vergisst. Lebenssinnes-Wahrnehmungen empfindet man dann erst wieder, wenn sich etwas in der Organisation des Körpers nicht mehr im Einklang miteinander befindet - beispielsweise bei großem Mangel an Schlaf, Essen oder Trinken. Selten gibt es auch Momente, wo das Lebensgefühl so überdurchschnittlich gut ist, dass man sich selbst mit dem Lebenssinn als in bester Verfassung wahrnimmt...


zurück nach oben

Motorik (Eigenbewegungs-Sinn)

Beschreibung:
Die Wahrnehmungen der eigenen Bewegungen sind Eindrücke des Bewegungssinnes. Mit diesen eigenen Bewegungen sind alle Lageveränderungen der Glieder zueinander, die Bewegungen des Kehlkopfes und sonstige Körperbewegungen gemeint. Nicht jedoch Bewegungen, welche der gesamte Körper im Sinne einer Ortsveränderung vollzieht. Ortsveränderungen finden im Bezug zur Umwelt statt und werden beispielsweise mit dem Gleichgewichtssinn wahrgenommen.

Das Kleinkind lebt direkt in den Bewegungen seiner Umgebung und kann Freude an ihnen empfinden. Da es gerade die Gesten und Bewegungen sind, die ein Kind ergreifen kann, ist der Eigenbewegungssinn als die Grundlage der Nachahmung zu verstehen. In der Elementar- und Früherziehung spielt das Lernen mit dem Nachahmungsprinzip eine tragende pädagogische Rolle: Hervorgegangen und praktiziert in der Waldorfpädagogik ist heute das implizite Lernen besonders im Kindergartenalter als Methode neurowissenschaftlich belegt und wird mit stetig wachsendem Interesse allgemein anerkannt.

Später dient dem Erwachsenen ein gut ausgebildeter Eigenbewegungssinn, um sich ein Bild vom Gegenüber machen zu können. Wir lernen nämlich mit Kenntnis der eigenen Bewegungsdynamik wie Gesten, Mimiken, unserer Gangart und Körperhaltung auch die des anderen Menschen zu verstehen. Es ist unser Bewegungssinn, der uns bei Anblick eines so leicht die Straße entlang springenden und hüpfenden Mädchens dessen Freude nachempfinden lässt...


zurück nach oben

Statischer Sinn / Gleichgewichts-Sinn

Beschreibung:
Sinneslehre Die Empfindungen, welche sich auf das Verhältnis des Menschen zur Schwerkraft beziehen, sind Wahrnehmungen des Gleichgewichtssinnes. Er ist es, der ein Aufrechtstehen im Gleichgewicht von rechts - links, vorne - hinten und unten - oben ermöglicht. Durch ihn ist dem Kinde nach langer Zeit der Übung ein Privileg der Menschen möglich: das Stehen und der aufrechte Gang. Er ist es auch, der uns im Fahrstuhl und Flugzeug die teilweise unangenehme Beschleunigungsempfindung gibt. Das beständig neue Erzielen des Körpergleichgewichtes, wie zum Beispiel der senkrechten Kopfhaltung, geschieht im Regelfalle ohne unsere willentliche Kontrolle durch direkt vom Gleichgewichtsorgan "gesteuerte" Stellreflexe.

Die stetige aber kaum bewusste Empfindung des eigenen Verhältnisses zur Schwerkraft - also des eigenen Gleichgewichts - ist eine fundamentale Empfindung...


zurück nach oben

Geruchs-Sinn

Beschreibung:
Die bisher genannten vier unteren Sinne beziehen sich auf Verhältnisse innerhalb des eigenen Körpers. Das Riechen ist jedoch eine ganz feine Wahrnehmung des näheren Umfeldes. Riechen ist ein Distanzsinn, denn eine Berührung ist für den Geruchseindruck nicht notwendig.

Wir riechen nur gerade auftretende Gerüche, denn die Nase gewöhnt sich sehr schnell in eine Umgebung ein. Trotzdem sind die Geruchseindrücke sehr intensiv. Die extrem kurzen Nerven von den Riechschleimhäuten zur Riechrinde im Gehirn sind ein gutes Bild für den "direkten Draht" des Riechens: An viele Gerüche können wir uns ein Leben lang erinnern und sie können sofort stärkste Gefühle wie Heimweh oder Ekel, Sympathie oder Antipathie auslösen - sie haben also einen starken und vollkommen subjektiv geprägten Einfluss auf das Seelenleben.

Riechen ist überwältigend, weil es gleichzeitig mit dem lebensnotwenigen Atmen stattfindet. Wir können einem Duft oder einem Gestank kaum ausweichen: "wegriechen", "nicht hinriechen" oder "losriechen" gibt es nicht. Wir können darum ganz berauscht und betäubt werden von einem Duft, den wir gerne mögen (vielleicht ein Fliederbusch im Frühling) - oder auch für lange Zeit mit tiefer Abscheu behaftet...


zurück nach oben

Geschmacks-Sinn

Beschreibung:
Das Schmecken von in Wasser gelösten Substanzen ist mit mehr Aktivität als beim Riechen verbunden. Die Geschmackseindrücke strömen nicht in uns ein, sondern entstehen, wenn wir etwas Kosten. Dabei dringen wir durch Zersetzen, Lösen und Verwandeln zur inneren Beschaffenheit der Stoffe vor.

Das Schmecken greift nicht direkt auf das Seelenleben zu. Es gibt ganz objektive Geschmacksrichtungen, die relativ gut abgrenzbar sind und benannt werden mit salzig, bitter, süß, sauer und fettig-fleischig...


zurück nach oben

Gesichts- oder Seh-Sinn

Beschreibung:
SinneslehreDas Sehen der Erscheinungen des sichtbaren Lichtes ist allgemein bekannt und bedarf keiner ausführlichen Darstellung. Das menschliche Auge ist ja derart gestaltet, dass man den Eindruck haben muss, es sei direkt aus den Gesetzen der Optik gewachsen.

Der Mensch kann mit seinen Augen die Farbe, die Helligkeit, die Lage, Entfernung, Bewegung und Form eines vom Licht beschienenen Gegenstandes wahrnehmen. Die Qualität der Lichtdurchlässigkeit des Betrachteten gibt auch Aufschluss über die Oberflächenstruktur und die innere Beschaffenheit. Das Sehen ist der offensichtlichste Sinn des Menschen und weil er die anderen Sinne leicht überstrahlt ist nach ihm das Gesicht benannt. In unserer Gesellschaft haben die Augen mit Abstand die größte Bedeutung aller Sinne, weil Informationen ganz im Vordergrund stehen und diese meistens visuell übermittelt werden...


zurück nach oben

Temperatur- oder Wärme-Sinn

Beschreibung:
Alle Wahrnehmungen von Wärmeveränderungen an der Körperoberfläche sind Empfindungen des Wärmesinnes. Diese Empfindungen haben wie die anderen drei mittleren Sinne (Geruchs-, Geschmacks- und Sehsinn) ebenfalls eine subjektive Prägung und hängen ab von vielen Umständen, wie zum Beispiel der Wärmeanpassung der Hautnerven, der Wärme-Änderungsgeschwindigkeit, der Luftfeuchtigkeit, der eigenen Temperatur, der Umgebungstemperatur, sowie der seelischen Verfassung und letztlich auch der eigenen Erwartung.

Die Wärme strömt immer zum Kälteren und nur diese Strömung kann lokal im Vergleich zur Umgebung wahrgenommen werden. Ohne Berücksichtigung dieses Umstandes könnte man leicht zu dem Glauben kommen, tatsächlich objektiv gleichwarmer Schaumstoff und Stahl wären bei ihrem Betasten in der Temperatur unterschiedlich. Diese Wahrnehmung ist keine Sinnestäuschung, sondern beruht auf der unterschiedlichen Wärmeleitfähigkeit der beiden Stoffe. Beim Stahl kann die Wärme viel schneller von der Hand ausströmen als beim wärmedämmenden Schaumstoff, darum wird der Stahl kälter empfunden. Aus solchen Strömungsverhältnissen gewinnen wir Aufschluss über die innere Beschaffenheit von Stoffen und haben eine relative Temperatureinschätzung der Umwelt...
Sinneslehre


zurück nach oben

Ton- Laut- oder Hör-Sinn

Beschreibung:
Das Hören von Geräuschen, Tönen und Klängen sind die Wahrnehmungen, die hier dem Hörsinn zugeordnet werden. Mit diesem Wahrnehmungsfeld ist der Hörsinn der unterste der vier Erkenntnissinne. Hier ist der subjektive Anteil des Wahrnehmenden wesentlich kleiner als bei den vier Sozialsinnen, darum wirken die Empfindungen objektiver.

Das Hören gibt ebenfalls Aufschluss über die innere Beschaffenheit der Umwelt. Vielleicht in einem noch "tieferen" Sinne als beim Wärmesinn, denn ob ein Gegenstand hohl ist oder vielleicht eine Strukturanomalie wie einen Riss oder Sprung hat, enthüllt sich keinem Sinn unterhalb des Hörsinnes. Beispielhaft seien hier die unterschiedlichen Klänge von Holz und Stahl genannt, oder die verschiedenen Resonanzen von leichtem und schwerem Holz, welche in ihrem Klang etwas von ihrer Dichte und Art der Stofflichkeit aussagen.

Weiterhin ist natürlich auch das Hören von menschlich- und tierischen Lauten (nicht jedoch das Verständnis bzw. die Interpretation derselben) im Hörsinn mit inbegriffen...


zurück nach oben

Sprach- oder Wort-Sinn

Beschreibung:
Die Wahrnehmung des Sprachsinnes ist das Heraushören und Erkennen von Lauten, Silben und Worten. Grundlage dieses Erkenntnisvorganges können Schriften, Gehörte Sprache - aber auch Zeichen, Bewegungen, Gebärden, Wimpelstellungen usw. sein. Mit dem Wortsinn kann man im Wesentlichen auch nur die Sprachen wahrnehmen, die einem bekannt sind.

Als Illustration der Sprachsinneswahrnehmung nehmen wir einmal an, dass sich zwei Kinder eine Zeichensprache verabredet haben, und nun beginnen in dieser Zeichensprache miteinander zu kommunizieren. Wenn nun ein Beobachter als Dritter zugegen ist, werden ihm die Fingerbewegungen der Kinder zunächst eine Weile zufällig und bedeutungslos erscheinen. Aber irgendwann kommt der Moment - vielleicht ausgelöst durch verschiedene Wiederholungen einzelner Fingerbewegungen, wo der Beobachtende erkennt: es steht eine Bedeutung hinter den Bewegungen, sie sind Ausdrücke einer Kommunikation. Diese Wahrnehmung mit dem Folgenden Erkenntnisprozess ist ein Tätigwerden des Sprach- oder Wortsinnes.

Warum ist es nötig, den Sprachsinn als eigenen Sinn vom Intellekt abzugrenzen? Schließlich könnte man das Wahrnehmen von Lauten und Worten als ein Spezialfall des Hörens oder Teil des Intellekts ansehen...



Begriffs- oder Gedanken-Sinn

Beschreibung:
Das Verstehen des Gedankens oder des Begriffes von Wörtern, Sätzen, Zeichen, Symbolen, Piktogrammen, Blicken usw. ist eine Tätigkeit des Gedankensinnes. Man benötigt einen relativ hohen Grad an Wachheit und Selbstbewusstsein, um den Gedanken zu fassen, der beispielsweise durch Schrift ausgedrückt wurde...



Empathie (Ich-Sinn)

Beschreibung:
Die höchste Wahrnehmung der zwölf Sinne ist die Fähigkeit, die Wirkung einer Persönlichkeit zum Erlebnis zu haben. Der Ich-Sinn kann das Ich eines anderen Menschen unmittelbar empfinden. Gemeint ist damit nicht die Wahrnehmung des eigenen Ich-Bewusstseins oder der feststellende Eindruck: "er hat ein Ich" - sondern ein differenziertes, naives empfinden der Persönlichkeit...
Sinneslehre

Abschluss

Im eBook sind die zwölf Sinne ausführlicher beschrieben. Außerdem sind zu jedem Sinn neben der Beschreibung weitere Rubriken angefügt: "Erlebnis", "Organ" und "Entwicklung" sowie Beispiele zur Förderung und Sinnespflege. Auf den unteren vier Sinnen ist inhaltlich ein Schwerpunkt: Hier findet eine praxisgeprüfte Aufzählung von Entwicklungsstörungen, ihren Folgen und Pflegemöglichkeiten der vier unteren Sinne Platz.
Auf der Feedbackseite zum eBook sind Lesermeinungen veröffentlicht - ich freue mich natürlich sehr über weitere Beiträge! :-)

Berlin, 2009
Sebastian Knabe


zurück nach oben

Valid HTML 4.01 Strict